Was ist Parodontitis?
Parodontitis – auch Parodontose genannt – ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie betrifft nicht nur das Zahnfleisch, sondern auch den Kieferknochen und die Zahnwurzel. Unbehandelt führt sie zum Lockerwerden und schließlich zum Ausfall der Zähne.
Laut aktuellen Studien leiden in Deutschland rund 40 bis 50 Prozent der Erwachsenen an einer Form von Parodontitis. Viele davon wissen es nicht einmal.
Frühe Warnsignale erkennen
Die ersten Symptome sind oft harmlos und werden leicht übersehen. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder beim Verzehr harter Speisen
- Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs
- Schlechter Mundgeruch, der nicht von der Zunge kommt
- Empfindliche Zahnhälse durch zurückgehendes Zahnfleisch
- Lockerere Zähne im fortgeschrittenen Stadium
- Schmerzen beim Kauen
Tipp: Blutendes Zahnfleisch ist kein normales Zeichen. Es ist oft der erste Hinweis auf eine Entzündung und sollte vom Zahnarzt abgeklärt werden.
Wie entsteht Parodontitis?
Die Krankheit entsteht durch Bakterien im Zahnbelag. Wird Plaque nicht gründlich entfernt, lagert sie sich als Zahnstein am Zahnfleischrand ab. Die Bakterien lösen eine Entzündung aus, die sich nach und nach auf den Kieferknochen ausbreitet.
Risikofaktoren sind:
- Mangelhafte Mundhygiene
- Rauchen
- Diabetes
- Stress und geschwächtes Immunsystem
- Genetische Veranlagung
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft)
Behandlung: Was macht der Zahnarzt?
Die Behandlung der Parodontitis erfolgt in mehreren Schritten:
1. Professionelle Zahnreinigung (PZR)
Zunächst werden harte und weiche Beläge entfernt, damit die Entzündung zurückgeht.
2. Scaling und Wurzelglättung
Unter örtlicher Betäubung werden Zahnstein und Bakterien auch unter dem Zahnfleischrand entfernt. Die Wurzeloberflächen werden geglättet, damit sich neue Bakterien schwerer anlagern.
3. Chirurgische Therapie
Bei fortgeschrittener Parodontitis kann eine Operation notwendig sein, bei der das Zahnfleisch gelüftet und tiefe Taschen gereinigt werden.
4. Nachsorge und Recall
Nach der Behandlung ist regelmäßige Kontrolle wichtig, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
Was kostet die Behandlung?
| Behandlung | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung | 80 – 150 € |
| Scaling / Wurzelglättung | 50 – 150 € pro Zahn |
| Chirurgische Parodontitis-Therapie | 500 – 2.000 € |
| Regelmäßige Recall-Behandlungen | 100 – 300 € pro Jahr |
Die GKV beteiligt sich an der Behandlung, übernimmt aber nicht alle Kosten. Hochwertige Nachsorge, spezielle Materialien oder die PZR werden oft nur anteilig oder gar nicht erstattet.
Kann eine Zahnzusatzversicherung helfen?
Ja. Eine gute Zahnzusatzversicherung kann helfen bei:
- Erstattung der professionellen Zahnreinigung
- Kosten für Scaling und Wurzelglättung
- Anteilige Übernahme von chirurgischen Eingriffen
- Recall-Behandlungen zur Langzeitbetreuung
Auch hier gilt: Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto besser. Bereits diagnostizierte Parodontitis kann von neu abgeschlossenen Tarifen ausgeschlossen sein.
Fazit
Parodontitis ist leise, aber gefährlich. Wer früh handelt, kann Zahnverlust vermeiden und teure Behandlungen reduzieren. Eine regelmäßige Prophylaxe und die passende Zahnzusatzversicherung sind die beste Investition in langfristig gesunde Zähne.